Historie


Die Geschichte unseres Vereins

Schützenverein 1910 e.V. Allendorf (Eder)
Das wohl älteste Foto unseres Schützenvereins: Unsere Urväter

Der Ursprung der Schützenvereine liegt bekanntlich bei den Bürgerwehren des Mittelalters.

Diese Tradition war für einige Männer unseres Dorfes, die um die Jahrhundertwende im benachbarten Westfalen arbeiteten, Anlass in Allendorf einen Schützenverein zu gründen. Dieser Entschluss wurde von 7 jungen Männern gefasst.

Zu der am 2. März 1910 in der Gastwirtschaft Junghenn (Stumms) einberufenen Gründungsversammlung waren etwa 30 am Schießsport interessierte Männer erschienen.

An jenem Abend kam es zum Beschluss der Vereinsgründung und zur Wahl des Vorstandes. In den 1. Vorstand wurden gewählt: zum Schützenhauptmann Daniel Claus zum Stellvertreter Karl Hirsch zum Schriftführer Daniel Hess zum Kassierer Ernst Wolf zum Fahnenträger Georg Bergmoser zum Fahnenbegleiter Emil Kunze und Christian Schäfer zum Adjudanten August Stockhausen

Die Vereinssatzung, man sprach damals von "Statuten", sollte bei dem bereits seit Ende des vorigen Jahrhunderts bestehenden Schützenverein Bromskirchen "abgeschrieben" werden.

Die Gemeinde mit ihrem damaligen Bürgermeister Philipp Amend an der Spitze, stellte den Schützen das etwa 2km nördlich des Dorfes gelegene, schöne Haftal für den Bau der erforderlichen Schießanlagen zur Verfügung.

Doch schon bald stellten sich die ersten Hindernisse in den Weg. Die Fortstverwaltung meldete schwerwiegende Bedenken bei der Genehmigungsbehörde, dem Landrat in Biedenkopf, an. Man hatte Angst, es könnte anstatt auf Scheiben auch mal auf Wild geschossen werden, zumal der eine oder andere Schütze als Wilddieb bekannt war. Auch der 1. Vorsitzende des Kriegervereins, damals der 1. Lehrer im Dorf hatte sich beim Landrat gegen eine Genehmigung ausgesprochen, weil angeblich einige Schützen keine "Kaisertreuen" gewesen seien.

Dem in Dorf sehr geschätzten Bürgermeister Philipp Amend war es zu verdanken, dass die Genehmigung zum Bau des Schießstandes durch den Landrat doch erfolgte. Mit vereinten Kräften ging man sofort ans Werk und nach kurzer Zeit war ein 100-Meter-Scheibenstand gebaut. Wenige Meter daneben, auf halber Höhe des Nordhanges, errichtete man eine etwa 15 Meter hohe "Vogelstange" von welcher aus nun alljährlich ein Holzvogel abgeschossen werden sollte.

Da die Mitgliederzahl stark angewachsen war, wechselte man das Vereinslokal von "Stumms" in das Gasthaus Stockhausen (ehemals "Zum Edertal")

Schon am 22. Juni 1910 konnte unter großer Beteiligung der Bevölkerung das erste Vogelschießen stattfinden. Unter den Klängen der Kapelle Belz aus Holzhausen "ich schieß den Hirsch im wilden Forst" gaben Bürgermeister Philipp Amend und Schützenhauptmann Daniel Claus ihren Ehrenschuss ab. Erste Schützenkönig wurde Adam Briel (Wagners), das jüngste Mitglied des Vereins. Zur Schützenkönigin erwählre er Lina Stockhausen.

Der Vogel wurde über viele Jahre hinweg vom Drechsler Junghenn gefertigt. Er nahm die Wurzel einer Weide, behaute und kochte das Stück Holz. Anschließend gelangte es für eine Zeit in die Jauchegrube, dann im fließenden Wasser ausgewaschen und getrocknet. Für die musikalische Umrahmung sorgte fast bei jedem Schützenfest die Kapelle Belz aus Holzhausen. Im Winter 1912/1913 wurde der Fa. Fahnen-Richter in Köln der Auftrag für eine Vereinsfahne erteilt, die dann auf dem Schützenfenst 1913 geweiht wurde.

Aber schon bald wurde mit Ausbruch des 1. Weltkrieges, Anfang August 1914, dem gesamten Vereinsleben ein vorläufiges Ende gesetzt. 42 junge Allendorfer, darunter 13 Kameraden unseres Vereins, mussten ihr Leben lassen.

Im Januar 1919 wurde wieder neu angefangen. Zurückziehende Deutsche Soldaten hatten beim Abrücken zahlreiche Waffen (98er Gewehre und Karabiner) und Munition zurück gelasen, sodass im Jahre 1921 wieder die Büchsen knallten.

Von nun an wurde in jedem Jahr zur Sommerszeit auf den Vogel geschossen. Im Frühjahr und im Herbst gab es dann noch zusätzlich Preis-, Ehrenscheiben- und Pflichtschießen.

Im Jahre 1928 trennten sich einige Mitglieder vom Verein und gründeten einen Kleinkaliber-Verein mit dem Vereinslokal "Hotel Schäfer".

In den Jahren 1930 - 1932 fanden wegen der Massenarbeitslosigkeit keine Schützenfeste statt.

Im Jahre 1937, nach der zwangsweisen Eingliederung der Schützenvereine in den Reichssportbund, wurde der zusätzliche Bau eines 50-Meter-Kleinkaliberstandes zur Pflicht gemacht, da Wettkämpfe nur auf 50-Meter-Ständen ausgetragen werden durften. Kurz nach dem Schützenfest in 1939 erhielten viele unserer damals jungen Schützenbrüder ihren Stellungsbefehl und mussten in den Krieg ziehen. 34von ihnen kehren nicht wieder in die Heimat zurück.

Nach dem verlorenen Krieg im Jahre 1945 wurden durch Kontrollratsgesetz sämtliche Vereine und Verbände aufgelöst und deren Vermögen eingezogen bzw. zerstört. 10 gute Gewehre und sogar die Vereinsfahne gingen verloren. Was an den unbeweglichen Einrichtungen auf dem Schießstand angerichtet wurde, daüber wollen wir an dieser Stelle nicht näher eingehen.

Erst im Jahre 1949 trat wieder im Vereinsleben eine Lockerung ein. Durch wiederholte Vorstellung unseres Schützenbruders Konrad Kramer bei der Militärregierung in Frankenberg konnte nunmehr am 17. Dezember 1949 der Schützenverien 1910 wieder neu ins Leben gerufen werden.

Anfang Januar 1950 fand die erste Generalversammlung statt. Im gleichen Jahr wurde auch wieder eine neue Vereinsfahne bestellt. Die Fahnenweihne erfolgte beim 1. Nachkriegsschützenfest im Juli 1951 durch den damaligen Landrag Dr. Stapenhorst.

Der Vogel durfte in dem Jahr nur mit Luftgewehren geschossen werden. Um dies zu ermöglichen, hatte man ihn an Glühbirnen befestigt. Der erste Schützenkönig nach dem 2. Weltkrieg und zugleich der einzige in der bisherigen Vereinsgeschichte, der den Vogel nicht mit einem Großkaliber-Gewehr zur Strecke brachte war Erich Dörigmann, zu seiner Königin erwählre er Luise Kramer.

Durch den unermüdlichen Einsatz des damaligen Vorstandes Christian Hess, insbesondere der Schützenbrüder Konrad Kramer und Josepf Groschup, erhielt unser Verein bereits 1952 wieder eine Sondergenehmigung zum Vogelschießen mit Großkaliber-Gewehren.

Zu diesem Vogelschießen in 1952 waren der damalige Landesschützenmeister Frey un der Hessische Rundfunk im Haftal anwesend. In dieser Zeit wurde auch mit den Schützenverein Sterzhausen und Hatzfeld der Schützenbund Hessen-Nord ins Leben gerufen.

Für unseren Verein war diese Zugehörigkeit aber nur von kurzer Dauer, denn alsbald wurde auch der Hessische Schützenverband ins Leben gerufen, dem wir uns dann als Kreis 23 anschlossen. Kreisschützenmeister wurde unser Schützenbruder Konrad Kramer.

Für die hervorragenden großen Leistungen die sie für den Neuaufbau des Schützenkreises erbracht hatten, erhielten beim Schützenfest in 1954, Konrad Kramer, Josef Groschup und Christian Hess die höchste Auszeichnung die damals zu vergeben war, vom damaligen Präsidenten des Deutschen Schützenbundes, Wehner, der als Gast unserers Vereins in Allendorf war, überreicht.

Ebenfalls im Jahre 1954 wurde mit dem Neubau des Kleinkaliber-Schießstandes und des dazugehörenden Schützenunterstandes begonnen, der nach Fertigstellung it drei Zugscheiben ausgestattet wurde.

Im Jahre 1960 konnten wir das 50-jährige Bestehen des Vereins feiern. Ehrenkönig der Könige wurde Adam Briel, ein Mitbegründer des Vereins der bereits in 1910 und 1922 König gewesen war. Als Königin erwählte er Luise Briel aus Rennertehausen.

Da inzwischen die Anwärter für die Königskette ziemlich Knapp geworden waren, entschloss man sich, das Vogelschießen nur alle drei Jahre, wenn ein Schützenfest stattfand, durchzuführen. Es wurde sich mehr auf das Sport-, Wettkampf- und Meisterschaftsschießen eingestellt.

Im Jahre 1964 trat dann der Verein dem Deutschen Sportbund bei, nachdem zuvor das Schießen als Olymipische Disziplin anerkannt worden war.

In 1969 wurden die ersten Schritte für den Bau einer Schützenhalle unternommen. Mit der Gemeinde wurde ein Erbpachtvertrag über das Schießstandgelände im Haftal auf 99 Jahre abgeschlossen. Um den Bau der Schützenhalle und des Schießstandes ging es nun in den nächsten Jahren.

Hier ein Auszug aus dem Bericht des damaligen 2. Vorsitzenden und an Planung und Durchführung federführenden Karl-Heinz Lache zur Jahreshauptversammlung am 19.Januar 1974:

Die Planungen unserer Schießsportanlage im Haftal erfolgten im Jahre 1970 unter Vorsitz unseres jetzigen Ehrenvorsitzenden Hermann Hess. Es wurden Entwürfe gemacht und nach Abwägung derselben, die Bauzeichnungen durch den Architekten Pitz aus Dodenau erstellt, die mit den erforderlichen Bauantragsunterlagen dann unter dem inzwischen neu gewählten Vorsitzenden Georg Ost, im März 1971 an das Bauamt in Frankenberg eingereicht wurden.

Nun begann für uns die eigentliche Arbeit, nämlich die Aufstellung und Sicherung des Finanzierungsplanes für das mit 140.000,- DM veranschlagte Gesamtprojekt. "Ich muss schon erwähnen, dass mein Optimismus und auch der meiner Mitstreiter, für die Verwirklichung des Vorhabens; zu diesem Zeitpunkt von etlichen Vereinskameraden angezweifelt wurde, zumal unser Barvermögen der Vereinskasse nur ganze 5.780,-- DM betrug.

Anlehnend an den Finanzierungsplan wurde: a) Darlehnsbewilligung von der Bank eingeholt, b) Aufstellung der Eigenleistungen erstellt, c) Zuschussantrag an die Gemeinde, d) Zuschussantrag an den Kreis, e) Zuschussantrag an den Landessportbund, f) Zuschussantrag an das Land Hessen gestellt.

Um die Zuschussbewilligung der obigen Gremien zu erhalten, musste die Gemeinnützigkeit für den Verein beim Finanzamt in Kassel, beantragt werden. Ebenso waren die Stellungnahmeberichte des Vereins, des Kreisschützenmeisters, des Sportkreisvorsitzenden und des Schießstandsachverständigen des Regierungspräsidenten in Kassel erforderlich.

All diese Unterlagen wurden nach Zusammenstellung mit entsprechendem Anschreiben an die zuständigen Stellen weitergeleitet.

In 1972 wurde ein Stromaggregat angeschafft und die bisherige handbetriebene Kleinkaliber-Scheibenzuganlage durch moderne elektrisch betriebene Anlagen ersetzt. Außerdem konnte von nun an eine Mischmaschine beim Bau der Schießsportanlage eingesetzt werden.

Im August 1972 ergab es sich dann, dass die Fa. Balzer ihr Verkaufs- und Verwaltungsgebäude erweitern wollte und so die Lagerhalle zum Abbruch angeboten wurde. Georg Ost und Willi Arnold waren die Hauptinitiatoren, die sich darum bemühten, die Halle zu bekommen. Es wurde kurzfristig eine Vorstandssitzung einberufen in der man sich einigte, die Halle von der Fa. Balzer für 500,— DM bei Übernahme aller Abbruchkosten, zu erwerben.

In einem Zeitraum von 14 Tagen wurde die Halle von Vereinsmitgliedern Abend für Abend in Hand- und Spanndienst in ihre Einzelteile zerlegt und in das Haftal gefahren.

Durch den Erwerb der Abbruchhalle entstand eine geänderte Situation. Die Bauzeichnungen mussten geändert - und um die Halle noch vor Wintereinbruch aufstellen zu können musste kurzfristig die Baugenehmigung erwirkt werden. Das alles ging dann auch Zug um Zug. Die Erd- und Planierarbeiten wurden vom Bauunternehmen unserer Schützenbrüder Fritz Strieder und Manfred Vaupel kostenlos ausgeführt. Das Ausheben der Fundamente übernahm die Gemeinde mit dem Allzweckgerät ebenfalls kostenlos.

Nachdem die Fundamente gegossen und der Mauersockel errichtet war, wurde die Fachwerkhalle (das jetzige Mittelteil der Halle) aus all den einzelnen Teilen zusammengefügt. Gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Schnee konnte das Dach in Eigenleistung eingedeckt werden. Im Frühjahr 1973 ging es daran die Fenster und Außentüren einzubauen und die Innenarbeiten auszuführen. Die Querbalken wurden heraus gesägt, die Stützen untermauert bzw. betoniert, die Innenverkleidung angebracht, Tanzboden und Podest im Thekenbereich aufgebaut und die Beleuchtung in der Halle installiert.

An Außenarbeiten für das Vogelschießen war auch noch einiges zu verrichten. Der Erdwall als Kugelfang für das Vogelschießen wurde durch die großzügige Unterstützung der Fa. Viessmann rechtzeitig fertiggestellt.

Im Jahr 1972 wurde erstmals mit einer Gruppe interessierter Vereinsmitglieder ein Pistolenschießen auf dem Schießstand der Bundeswehr in Frankenberg durchgeführt. Hauptinitiator war der Hauptmann der Reserve Uwe Klee, der zu dieser Zeit Lehrer in Somplar war und vom Sportkreisvorsitzenden Christian Klingelhöfer aus Rosenthal von unserem Vorhaben, eine moderne Schießanlage mit Pistolen-Schießstand zu bauen, erfahren hatte. Noch im gleichen Jahr erfolgte die Anschaffung der ersten Vereinseigenen Sportpistole. Modell Walther GSP, die bis heute ihre guten Dienste tut.

Nachdem die im Bericht von Karl-Heinz Lache bereits erwähnte Baumaßnahme des 1. Bauabschnittes vollendet war, wurde das erste Vogelschießen 1973 in der neuen Schützenhalle gefeiert. Um die Kosten für das vollendete und das geplante Bauwerk aufbringen zu können, wurde im gleichen Jahr das erste Schützenfest im Zelt auf dem Festplatz in der Beetwiese in Eigenbewirtschaftung durchgeführt. Bei diesem ersten Fest, bei dem viele Mitglieder uneigennützig volle drei Tage ihren Mann standen, fand die Baumaßnahme immer mehr Zustimmung. Dies zeigte sich vor allem in der deutlichen Zunahme der Mitgliederzahlen. Durch Zuwachs an Mitgliedern und interessierten Schützen wurde ebenfalls in 1973 der Luftgewehr-Schießstand in den Saal des Hotels Schäfer verlegt. Der Wechsel des Vereinslokals vom Gasthaus Edertal in den Bürgerkrug erfolgte ebenso in 1973.

Dann wurden die Geländesperrungen errichtet und die Gewehrauflagen für den Schützenstand zum Vogelschießen aufgebaut. Ein Parkplatz oberhalb des Schießstandes wurde geschaffen und durch den Einsatz unseres Schützenbruders Willi Schneider aus Somplar konnten Parkplatz und Zufahrtsweg zum Schießstand mit Feinkornsplitt geschottert werden. Mit der Errichtung der Fahnenstange und einiger Feinarbeiten konnte der erste Bauabschnitt seiner Bestimmung übergeben werden. Die Einweihung fand dann am 10. Juni 1973 beim Königsschießen statt. Von nun an erfolgte das Königsschießen wieder wie früher, jedes Jahr und immer am 1. Pfingsttag im Haftal.

Nach dem Fest wurden die Arbeiten an der Halle fortgeführt. Der Betonboden wurde versiegelt und Bestuhlung für ca. 200 Personen angeschafft. Im Oktober gingen wir daran, den 2. Bauabschnitt, Hallenanbau um weitere 10 Meter, einschließlich der Toilettenräume zu beginnen. Die Erd- und Planierungsarbeiten wurden wiederum von der Firma Fritz Strieder kostenlos durchgeführt.

Nachdem die Fundamente und Bodenplatte gegossen waren, wurden die Maurerarbeiten ausschließlich von Vereinsmitgliedern verrichtet. Die Zimmerarbeiten wurden an die Firma Dreher in Battenberg vergeben. Trotz etlicher Schwierigkeiten, die sich aus dem nach und nach einstellenden Arbeitskräftemangel ergaben, wurde der Hallenbau noch unmittelbar vor Wintereinbruch am 22. November gerichtet und am 24. November das Dach eingedeckt.

Sobald der Schnee im Haftal geschmolzen war, ging es im Frühjahr 1974 sofort wieder an die Arbeit.

Der Innenausbau des 2. Bauabschnittes sollte und musste bis zum Vogelschießen am 1. Pfingsttag fertig sein. Dieser Zeitdruck hat übrigens bei allen Bauabschnitten sehr geholfen und die Einweihung konnte wie geplant vorgenommen werden.

Nach den Sommerferien ging es dann sofort an den nächsten Bauabschnitt. Der bisherige Schützenunterstand des Kleinkaliberschießstandes wurde in die Gesamtanlage einbezogen. Dieses in westliche Richtung angebaute Hallenteil wurde zum Küchenteil eingerichtet und als separater Aufenthaltsraum für die Schützen später durch eine Schiebetür zur Halle abgetrennt.

1976 erfolgte das zweite Schützenfest in Eigenbewirtung auf dem Festplatz auf der Beetwiese.

Bei dieser Gelegenheit wurden durch den damaligen Vorsitzenden Georg Ost und Kreisschützenmeister Jakob Pfuhl, zahlreiche Mitglieder für Ihre Leistungen am Bau der inzwischen fast fertiggestellten Schützenhalle geehrt.

Das bei Beginn des Baues angeschaffte Stromaggregat mit Benzinmotor, wurde durch ein leistungsfähigeres Aggregat mit Dieselmotor ersetzt. Am 23. und 24. April 1977 fand der 26. Hessische Schützentag in Allendorf (Eder) statt. Hierzu war unser Verein, insbesondere der damalige 1. Vorsitzende und stellvertretende Kreisschützenmeister Georg Ost und sein Stellvertreter im Verein, Otto Schmidt vom Schützenkreis Frankenberg, mit der Organisation der Übernachtungen und Unterbringung der fast 600 Delegierten und Gäste aus ganz Hessen, beauftragt.

In den Jahren 1977, 78 und 79 erfolgte der Innenausbau der Schießanlagen im Haftal. Der Luftdruckwaffen-Schießstand war inzwischen, nach Fertigstellung des Bürgerhauses in die dortigen Kellerräume verlegt worden. Die Einweihung und Inbetriebnahme der Pistolen-Schießanlage, die in ihrer Art und Ausführung einmalig im Kreis war erfolgte 1979. Zur Einweihung waren neben dem Bürgermeister Robert Amend, dem Kreisschützenmeister Jakob Pfuhl, der Sportkreisvorsitzende Christian Klingelhöfer, der Kreisbeigeordnete Wiegand Hecker und zahlreichen Vorsitzenden der befreundeten Schützenvereine und der örtlichen Vereine alle beteiligten Vereinsmitglieder anwesend.

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte, konnte in 1978 ein Vereinsmitglied an den Hessischen Landesmeisterschaften teilnehmen. Die Schützin war Heide Heß, die mit 343 Ringen in der Jugendklasse den 9. Platz erreichte. Am 30. September wurde das Landes-Königsschießen im Haftal veranstaltet. Hierzu eingeladen hatte der Kreisschützenmeister Jakob Pfuhl. Teilnehmer waren, das Präsidium des Hessischen-Schützenverband und alle Kreis- und Gauschützenmeister.

Nach der Einweihung des Pistolen-Schießstandes mussten in 1979 die für die Sicherheitsvorschriften erforderlichen Maßnahmen, wie seitliche Begrenzungsmauern und Hochblenden, für die Abnahme des Klein-Kaliber-Schießstandes geschaffen werden.

Da der bis dahin geschlossene Liefervertrag mit dem Schultheißen - Brauerei, Bochum unsererseits erfüllt war, wurden mehrere neue Angebote von verschiedenen Lieferanten und Brauereien eingeholt. Dies war notwendig, um die benötigte Bestuhlung für den Aufenthaltsraum der Schützen und Barmittel für die Restfinanzierung der Baumaßnahmen zu bekommen.

Nach vielen Sitzungen und Beratungen entschied sich der gesamte Vorstand einstimmig für einen entsprechenden Vertragsabschluss mit der Dortmunder-Kronen Brauerei durch den Lieferanten Wilhelm Huneck aus Frankenberg.

Das Kreiskönigsschießen des Schützenkreises Frankenberg, jeweils am ersten September-Wochenende, ist inzwischen fester Bestandteil der Veranstaltungen im Haftal geworden. Darüberhinaus wurde die Halle alljährlich an verschiedene Gruppierungen für Veranstaltungen vermietet.

In 1978 z.B. an die Bundeswehr, die die Halle während eines Manövers für 2 Wochen gemietet hatte. Mit den Soldaten und dem Führungsstab wurden während dieser Zeit schießsportliche Wettbewerbe veranstaltet. Im Bericht des 1. Vorsitzenden zur Jahreshauptversammlung wird u. a. die seit Baubeginn bis zum Jahresende 1979 aufgewendete Summe für die Schießsportanlage mit insgesamt 204.782,68 DM beziffert.

1980: Ein erfolgreiches Jahr für unseren Verein.

Die neue Schützenhalle wurde noch vor Pfingsten mit einer Warmluftheizung ausgestattet. Hierzu war der Anbau eines Heizraumes erforderlich. Der Pistolen-Schießstand erhielt ein zusätzliches Dach über die vorhandene Betondecke, um Witterungsumschlägen im Schießstand durch entsprechende Isolation zu verhindern. Erstmals fand die Kreismeisterschaft in der Disziplin Sportpistole auf unserem Schießstand im Haftal statt. Beim Jugend-Königsschießen am Himmelfahrtstag schoss Klaus Seipp den Vogel mit dem Kleinkaliber-Gewehr von der Stange.

Der Höhepunkt des Vereinsgeschehens war das Schützen- und Heimatfest vom 14. bis 16. Juni 1980. Durch das Zusammentreffen mehrerer guter Faktoren wurde das Fest ein voller Erfolg. Hierbei spielte der günstige Termin, die hervorragende Kapelle des Musikzuges Battenberg und die reibungslose Zusammenarbeit der Vereinsmitglieder als Theken- und Küchenpersonal eine wesentliche Rolle. Zum ersten Mal beteiligten sich zwei Mannschaften unseres Vereins an den Rundenwettkämpfen in der Disziplin Sportpistole. Beim traditionellen Königsschießen am 1. Pfingsttag gelang Friedrich Schmidt der entscheidende Schuss, zu seiner Königin erwählte er Elisabeth Kramer. Am gleichen Tag wurde unter den bisherigen Königen der Ehrenkönig zum 70-jährigen Bestehen des Vereins ausgeschossen, hierbei traf Heini Claus am besten und holte, unter großem Beifall der anwesenden Festgäste, den Vogel von der Stange.

An den Kleinkaliber-Gewehr Rundenwettkämpfen nahm der Verein ebenfalls teil, obwohl wegen der noch fehlenden Sicherheitsvorkehrungen auf unserem eigenen Schießstand, alle Kämpfe in Hatzfeld ausgetragen werden mussten. In den letzten Jahren wurden als regelmäßige, jährliche wiederkehrende Termine bzw. Veranstaltungen durchgeführt: Die Vereinsmeisterschaften in den Disziplinen Luftgewehr, Kleinkaliber-Gewehr, Sportpistole. Die Teilnahme an den Kreismeisterschaften in den o.g. Disziplinen und soweit leistungsmäßig möglich auch an den nachfolgenden Gau-Bezirks- und Landesmeisterschaften. Die Jahreshauptversammlung. Der Familienabend im Winterhalbjahr. Das Jugend-Königsschießen am Himmelfahrtstag. Das Königsschießen an Pfingsten. Teilnahme am örtlichen Heimatfest. Teilnahme am Kreisschützenfest, sowie an Schützenfesten in der näheren Umgebung bzw. bei, durch den gemeinsamen Schießsport in den Rundenwettkämpfen, befreundeten Vereinen.

Jährlich wurde auch, in Zusammenarbeit mit dem Seniorenclub, ein Seniorennachmittag mit Vogelschießen im Haftal veranstaltet.

Die Mitgliederzahlen wurden in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt.